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Das Organ der Bilderrahmenbranche rät
Es fällt einem auch bei "Der Kunsthandel", der Monatszeitschrift für Bilderrahmenverkäufer, Kunsthändler und Einrahmer auf: schmal ist sie geworden, die Rahmenzeitschrift, da geht es ihr nicht anders als dem "Spiegel" oder dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Schade, so schrumpft neben den Werbeeinträgen naturgemäss auch der redaktionelle Teil und man ist schnell durch, durch die Bilderrahmentipps, auf die sich der qualitätsbewusste Bilderrahmer jeden Monatsanfang freut. Ist der Kunsthandel in erster Linie dazu da, Modetrends bei Holzrahmen oder Aluminiumbilderrahmen zu verfolgen und technische Neuerung bekanntzumachen, so ist er für die Rahmenbranche zur Zeit sicher auch eins: ein Mutmacher und Kummerkasten. Chefredakteur Heinrich Ackermann tut denn auch in der Aprilausgabe des Rahmerblattes sein Bestes, bemüht den Hikikomori-Effect, der bei den japanischen Menschen das besondere Bezogensein auf die häusliche Kultur in Zeiten der Krise meint und die -in der Tat- überraschende Konjunktur bei den Blumenhändlern als Hoffnungsstifter. Hoffnung auf Buntes, bunte Bilderrahmen, fröhliche Passepartouts, optimistische Bilder? Ein erfrischendes Einrahmeschaufenster? Das sind die Massnahmen, wie eigentlich jedes Jahr zu Ostern. Ob das weit trägt, zumal, wenn die Temperaturen sommerlich werden und der letzte "cocooner" im Park sitzt, statt ans Umdekorieren mit schönen neuen Bilderrahmen zu denken... Die Krise wird auch den Einrahmermarkt bereinigen, die Betriebe mit kleinem Eigenkapital werden schon bald im Rahmenaus stehen. Breit aufgestellte Bilderahmenmacher mit hoher Fach-Kompetenz, professionellem Marketing und liquiden Reserven werden ihre Stärke ausspielen und überleben, auch ohne staatliche Zuschüsse. Die Bilderrahmenbranche ist eine Branche der Klein-, bestenfalls Mittelbetriebe, der Bilderrahmenbau entsprechend im grösseren Massstab nicht sozialrelevant. Immerhin ist es sehr verdienstvoll, dass Heinrich Ackermann, der kluge und wortgewandte Chefredakteur des "Kunsthandel", den zagenden Rahmenmachern Horizonte zeigt und zu Aktivität anhält. Und in einem hat er ganz sicher recht: auch für Bilderrahmen und Co. ist die Krise irgendwann auch wieder vorbei.

