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Die Messe für Bilderrahmen und Einrahmer: desaströs
Vor Beginn der "Art Fair Europe" 2009, der bisher guten und engagierten Fachmesse für Rahmenbauer und Kunsthändler, kommt noch ein Brandbrief vom Vorsitzenden des Bundesverbandes Bild und Rahmen, wonach der Rahmerverband nun mit "Der Kunsthandel", dem Fachorgan der Branche Bilderrahmenhersteller bis Kunstverkäufer, überkreuz liege, man die Zusammenarbeit aufgekündigt habe; was für den Bundesverband natürlich auch bedeutet: Ein wichtiges -und vielleicht das einzige- Sprachrohr der Bilderrahmerinteressen fällt ab sofort weg. Na dann, Hals und Rahmenbruch! Unser Besuch der Art Fair Europe in Bad Salzuflen am 21.September 2009 ist bewusst auf den Wochentag gesetzt, um dem Ansturm von Einrahmungsfachverkäufern und Bilderrahmern am Wochenende aus dem Weg zu gehen. Wir von Bild und Rahmen Werkladen in Köln und seinem angegliederten Bilderahmen-Online-Shop Rahmenwerk.de fahren Zug. Aus ökologischen Gesichtspunkten: lieber öffentlich als individuell, auch wenns drei Stunden braucht und nicht zuletzt, weil man im Speisewagen in Ruhe den Rahmenplan für den Kunstmessebesuch ausbrüten kann und: weil der Bilderrahmenmesseunternehmer einen shuttle-bus vom Bielefelder Haupbahnhof zur Art Fair Europe angekündigt hat. Meine Skepsis in diesem Punkt erweist sich als berechtigt, kein Bus am Bahnhof, keiner weiss was. Der Bilderrahmenmessemacher, den ich daraufhin anrufe, erzählt mir etwas von Anmeldung, die dafür nötig gewesen wäre, ich lege genervt auf. Also Provinzbahn ins gemütliche Badeörtchen und Taxi zur Messehalle 20, der Taxifahrer hat von dieser Bilderrahmermesse noch nicht gehört, was merkwürdig erscheint, aber einleuchtet, als wir die Halle endlich betreten: Bilderrahmenaussteller allein zuhaus... gähnende Leere auf den Gängen, ab und an ein Mensch, den man für einen Rahmenmessebesucher halten kann, ansonsten die Aussteller für Bilderleisten, Wechselrahmen, Passepartouts, Bilderschienen, Bilderrahmenzubehör undsoweiter unter sich -gepflegter Austausch von Erfahrungen ist möglich. Entsprechend lang sind die Gesichter der meisten Fachaussteller, nur Samstag und Sonntag soll der Zustrom der Bilderrahmeninteressenten etwas besser gewesen sein, aber auch nur etwas. Einzelne Bilderleistenanbieter und Kunsthändler haben die Ruhe nutzen können und umso intensivere Gespräche mit Kunst- und Rahmenkunden geführt und entsprechend Passepartouts, Bilder, Vergolder- oder Wechselrahmen an den Mann gebracht, ganz viele Aussteller sind aber richtig enttäuscht bis sauer, fühlen sich vom Messeveranstalter und von Der Kunsthandel durch Vortäuschung nicht vorhandener Bilderrahmenausstellernachfrage getäuscht. Alle grossen Leistenhersteller wie Spagl, Nielsen Design, Aicham sind nicht am Rahmenstart, es gibt dafür viel dekorative Kunst im Angebot. Etliche Stände sind lediglich mit Bildern und Skulpturen dekoriert, um den Eindruck zu erwecken, dass die Halle 20 doch nicht so leer wäre, wie sie wirklich war. Zum Schluss wollen wir zumindest noch den angekündigten Stand von Der Kunsthandel und vom Bundesverband Bild und Rahmen besuchen, um nach den tatsächlichen Hintergründen des Bilderrahmerstreites zu fragen. Wir bekommen die Auskunft, Der Kunsthandel -einer der Hauptfürsprecher dieser Rahmermesse- und auch der Bundesverband seien an ihren Ständen " nicht erschienen". Ich bin sehr gespannt, wie die Organe der Händler von Bilderrahmen, der Einrahmer und Kunsthändler das Desaster der Rahmerfachmesse "Art Fair Europe" schönreden werden. Vorbilder hätten sie ja zurzeit in unserer grossen Politik genügend.

