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Flexipoints als Wechselrahmensystem: gruselig
Ich komme heute auf dieses Thema, weil ich gestern wieder einmal eine Einrahmungskundin über das Wechselrahmensystem "Flexipoints" gewonnen habe, das sich unter anderem in der Rahmenabteilung eines grossen schwedischen Möbelhauses gern finden lässt. Nachdem ihr bei zwei Bilderrahmen das Glas gesprungen ist, ist sie denn frustriert zum Einrahmungsfachmann gegangen. Das Flexipoint Wechselrahmensystem -wenn man es als solches bezeichnen möchte- hat seine Eigenart vor allem in der Schnelligkeit: Schnell hat der Rahmenbauer die biegsamen Blechplättchen in den Rahmen eingestiftet, schnell hat der Rahmenkunde sie zum Bild-Wechsel aufgebogen, schnell ist das Bilderglas kaputt und schnell fallen die Plättchen ab. Auf den ersten Blick hat das Flexipoint Wechselrahmensystem tatsächlich den Vorteil des sehr geringen maschinellen Aufwandes für den Bilderrahmenhersteller, des sehr flexiblen Einsatzes und des sehr geringen Material- und eben Zweitaufwandes. Der Spass des Wechselrahmenfreundes hört allerdings schnell auf , wenn er erstens einen etwas grösseren Rahmen hat und zweitens Wechseln möchte. Denn Flexipoints-Wechselklammern haben mehrere eingebaute Fehlerquellen: gerade bei Bilderrahmen mit schmalem Rahmenfalz, bei denen Glas und Rückwand knapp geschnitten sein müssen, kann schon das Herausnehmen von Rückwand und Glas ein arges Gewürge werden, es geht denn aber meist doch, weil bei der Bewegung zur Rahmenrückseite hin auch eng sitzende Plättchen noch weggebogen werden. Allerdings besteht schon hier für den ungeübten Rahmenfreund oft Verletzungsgefahr, denn meist werden die Billigrahmen, die mit Flexipoints ausgerüstet sind, auch noch mit ungeschliffenen Glaskanten verkauft. Beim Wiedereinlegen des Bilderglases stellen sich die Plättchen nun schnell in den Weg, irgendwo hakt es immer, ein Druck aufs Glas, das Wechselplättchen biegt sich weiter in den Weg, ein weiterer Druck und "pitsch" -schon ist es gebrochen (meist wird auch aus Gewichts- und Kostengründen dünnes 2mm Bilder-Glas genommen, wogegen auch nicht viel zu sagen ist, wenn es nicht, wie bei diesem Wechselrahmensystem, besonderer Beanspruchung ausgesetzt ist). Eine weitere mögliche Fehlerquelle bei Flexipointrahmen liegt im "Flexi" -in der Flexibilität. Denn genausoschnell, wie sie umgebogen sind, sind die Flexiklammern auch aufgebogen; legt zum Beispiel der Wechselrahmenfreund seinen Rahmen beim Transport im Auto mit der Rahmenrückseite nach unten, so kann sich das Glas bei grösseren Rahmenformaten leicht lockern, bekommt Spannung und -bricht. Rahmenkunden, die mit diesem Wechselrahmensystem häufiger wechseln, werden die Erfahrung machen, dass sich die Plätttchen gern locker und schliesslich herausfallen. Und ohne Rahmen-Einstiftapparat lassen sie sich auch nicht mehr zuverlässig festsetzen. Der Tipp also des Rahmenfachmannes: eher kleine Formate kaufen, wenn man nicht vorhat, viel zu wechseln.
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